Die fotografische Serie „Citrus Farming Architecture“ dokumentiert eine vom Menschen tiefgreifend veränderte Landschaft in einer ländlichen Bergregion im Süden Chinas in der Provinz Guangxi. Im Zentrum der Fotografien stehen provisorisch errichtete Hütten und kleine Wasserbecken, die sich am Rand von in den Bergen gelegenen Citrusplantagen befinden.
Die Aufnahmen zeigen eine fragile, improvisierte Architektur, die aus Brettern, Planen, Folien und wiederverwendeten Abfallmaterialien zusammengesetzt ist. Diese Strukturen wirken zugleich funktional und instabil, als unmittelbare Reaktion auf ökologische und ökonomische Bedingungen vor Ort. Sie sind keine geplanten Bauten im klassischen Sinn, sondern Verdichtungen von Notwendigkeit, Anpassung und provisorischer Kontrolle über eine Landschaft, die zugleich landwirtschaftlich genutzt und ständig umgeformt wird.
Im Kern beschäftigt sich das Projekt mit der indirekten, oft unsichtbaren Transformation von Landschaften durch globale Handels- und Produktionsketten. Die Citrusplantagen erscheinen dabei nicht als isolierte lokale Praxis, sondern als Teil eines größeren wirtschaftlichen Gefüges, das bis in die materiellen Ränder der Infrastruktur hineinwirkt. Die Hüttenkonstruktionen und Wasserbecken werden so zu stillen Zeugen einer Ökonomie, die sich in die Topografie einschreibt.
Die fotografische Serie bewegt sich damit zwischen Dokumentation und ästhetischer Verdichtung: Sie macht sichtbar, wie globale Abhängigkeiten lokale Räume formen – nicht durch spektakuläre Eingriffe, sondern durch eine Vielzahl kleiner, improvisierter Anpassungen im Alltag.